Wer hier arbeitet: „Dieses Haus kenne ich vom Rohbau an"
Shownotes
1979 hat Dienes Richter hier Ferienarbeit gemacht, 1980 die Ausbildung begonnen, 1983 als Krankenschwester angefangen. Heute ist sie für Fortbildung, Compliance und Hygiene zuständig — und kennt das Haus, wie sie selbst sagt, vom Rohbau an.
Im Gespräch mit Mandy Wolf erzählt sie, was sie durch mehrere Trägerwechsel und eine Insolvenz getragen hat: dass das Pflegepersonal geblieben ist. Darauf ist sie stolz, und sie sagt auch offen, dass sie sich davon einiges auf die eigene Fahne schreibt.
Außerdem: warum ihr der Ton gegenüber der Reinigungskraft genauso wichtig ist wie der gegenüber den Ärzten. Warum ältere Kollegen die Ideen der jüngeren brauchen — und umgekehrt. Und was sie jungen Menschen rät, die über einen Pflegeberuf nachdenken.
Offene Stellen an der Klinik an der Weißenburg: karriere.klinik-weissenburg.de
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00:00:13: Willkommen beim Podcast Krummepfoten.
00:00:16: Wir sprechen heute mit Dines Richter, ein pflegerisches Urgestein an der Klinik an der Weißenburg.
00:00:23: Dines, seit wann arbeitest du in dieser Klinique?
00:00:27: Ich arbeite seit deiner Zeit als Krankenschwester in diesem Unternehmen mit unterschiedlichen Trägern und unterschiedlichem Standorten.
00:00:38: angefangen habe ich mit der Ausbildung in Gera.
00:00:42: Und vor der Ausbildung schon Ferienarbeit gemacht.
00:00:45: Also ungefähr seit neunzehntneunundsebzig bin ich, der Rheumaklinik und dem Unternehmen verbunden.
00:00:53: Das ist schon eine ganz schön lange Zeit würde ich mal sagen und das heißt es gefällt dir hier gut?
00:01:00: Was gefällt ihr so besonders gut an dieser Klinik?
00:01:04: also Ich bin wahrscheinlich auch mit meinen Aufgaben gewachsen.
00:01:12: Besonders gut gefällt mir die schon immer familiäre Atmosphäre, dass man hier alle Kollegen kennt oder ich kenne alle Kollegen, die hier arbeiten und das man gegenseitig Rücksicht nimmt.
00:01:26: Und ein respektvoller Ton herrscht!
00:01:32: Die Patienten sind mir bekannt gewesen.
00:01:37: viele sind früher immer wiedergekommen Die haben eins, zwei Mal im Jahr bei uns Stationen gemacht und das war halt alles wie eine große Familie.
00:01:46: Jetzt sind die Patienten ... ist der Patienten-Durchlauf größer?
00:01:51: Und ich bin nicht mehr direkt am Patientenwett tätig.
00:01:53: Ich bin hier in dem Haus jetzt für Fortbildung, Compliance und Hygiene zuständig.
00:02:04: Aber es macht mir immer noch Spaß!
00:02:08: Nach sechsundvierzig Jahren kann glaube ich nicht jeder von sich sagen... Wenn du jetzt einen neuen Kollegen begrüßen würdest, was würdest du dir von den Neuen wünschen?
00:02:22: Ich würde mir von den neuen Kollegen wünscht, dass sie auch einen gepflegten Umgangston mit den Kollegen aus allen Abteilungen haben.
00:02:32: Mit dem Haustechniker und der Reinigungskraft.
00:02:35: Mit den Ärzten für so Therapeuten und was es noch für Berufsgruppen bei unserem Haus gibt.
00:02:41: irgendwo hier doch immer verwandt und verschwägert ist.
00:02:47: Und sich auch in Situationen brauchen kann, wenn nur wenige im Dienst sind, sei es am Wochenende.
00:02:55: da ist noch ein kleiner Teil in den anderen Abteilungen.
00:02:57: Da kann man auf sich angewiesen sein oder im Nachtdienst.
00:03:03: also der gepflegte Ton ist sehr wichtig.
00:03:05: Auch den Patienten gegenüber.
00:03:08: denn meiner Meinung nach Wenn man eine gute Erziehung hat, dann bringt man das den Kollegen und den Patienten gegenüber.
00:03:21: Das ist schon wichtig.
00:03:22: also ich könnte jetzt nicht dass eine von dem anderen groß unterscheiden.
00:03:26: entweder Kann ich gut mit den Menschen umgehen?
00:03:31: Oder Ich kann es halt weniger gut
00:03:34: oder ich muss es lernen
00:03:36: oder Man Muss Es Lernen.
00:03:37: Dann Ist Es Natürlich auch manchmal Wichtig von den älteren Kollegen auch was sagen zu lassen.
00:03:45: Aber es ist auch von den Älterinnen und Ältern wichtig, die Ideen von den neuen oder jüngeren Kollegen anzunehmen.
00:03:54: Also das Generationenübergreifende Arbeiten?
00:03:56: Es gibt ja ... Die Eltern haben halt die Erfahrung.
00:03:59: Und die Jüngeren haben vielleicht eine ganz andere Sicht auf die Dinge?
00:04:02: Ja, die Jungen haben schon aus dem Grund eine ganz anderes Sicht weil sie in einer viel moderner Zeit und in vielen moderneren Kliniken ihre Ausbildung absolviert haben.
00:04:12: Denn das, was viele Kollegen hier ... der Zeitraum den vielen Kollegen zwischen ihrer Ausbildung und ihrer Tätigkeit jetzt haben ist ja doch schon oftmals mehr wie dreißig Jahre.
00:04:25: Und da fehlt auch der Blick auf viel Neues.
00:04:29: Da muss man halt ... aufgeschlossen sein.
00:04:32: Also, man muss auf der einen Seite die neuen Kollegen annehmen und die neun Kollegen müssen die alten Kollegen an nehmen.
00:04:38: das ist glaube ich so ein Win-win Situation.
00:04:42: also Toleranz von beiden Seiten
00:04:44: ja unbedingt also die Tolerance spielt sowieso eine große Rolle.
00:04:51: Ich bin der Meinung man muss auch wenn man eigene Fehler macht sehen dass dem anderen auch mal Fehler verzeiten, also es ist so ein Geben und Nehmen.
00:05:00: Also bei sich selber Fehler abstellen und dem anderen mal Fehler verteilen.
00:05:04: Und so kommt man viel besser durch Arbeitsleben und auch durchs Privatleben.
00:05:12: Was würde dir denn fehlen, wenn du woanders arbeiten würdest?
00:05:15: Hast du ja nie getan, aber was glaubst du, würde dir fehlen?
00:05:21: Mir würde fehlen ... Alles oder vieles zu wissen über diese Einrichtung.
00:05:29: Ich habe diese Einrichten schon als Hygienefachkraft begleitet, da war ich noch in Izelbach tätig auf der anderen Seite der Saale aber hier für die Hygienezustände.
00:05:39: also dieses Haus kenne ich wirklich vom Rohbau bis jetzt.
00:05:47: vielleicht wäre es für mich auch in dem Alter etwas schwierig sich unterzuordnen weil ich lange eine leitende Funktion inne hatte und mich da jetzt schon sehr zurückhalten muss um die neuen Kollegen in diesen Positionen auch nur zu unterstützen und nicht klug zu scheißen.
00:06:07: Ähm, ja ... Ja!
00:06:11: Also ich weiß ... Ich weiß um viele Probleme hier im Haus weil ich einfach die Strukturen von Anfang an kenne.
00:06:19: Und was würde mir fehlen?
00:06:23: Aber jedes Haus hat ja... So kleine Probleme, das gehört ja auch dazu.
00:06:28: Es läuft nicht überall total reigungslos.
00:06:31: Das war schade!
00:06:34: Worauf bist du denn bei deiner Arbeit stolz?
00:06:41: Also ich bin stolz darauf lange Zeit ein Team hier gehalten zu haben, obwohl es sehr schwierig war mit mehreren Trägern wechseln und in der Insolvenz ... uns hier manchmal tatsächlich auch wieder zusammenraufen müssen und sind geblieben.
00:07:05: Und ich glaube, das ist auch sehr entscheidend für die Entwicklung dieser Klinik gewesen zwischendurch, dass das Pflegepersonal und auch Kollegen aus der Physiotherapie oder aus anderen Abteilungen in diesen schwierigen Zeiten hier im Haus geblrieben sind.
00:07:22: Da schreibe ich mir schon etliches auf die Fahne.
00:07:26: also Ich bin da schon stolz drauf.
00:07:30: Engere Mitstreiter.
00:07:31: Die
00:07:32: Schwester Ulrike, die jetzt leider krank ist ... Wir haben die ganze Zeit gemeinsam verbracht.
00:07:38: Wir haben gemeinsam die Ferienarbeit gemacht, die Ausbildung und sind hier gemeinsam in dem Haus älter geworden.
00:07:48: Reifer!
00:07:50: Und wir haben glaub ich dann auch so ein etwas weisen Blick auf die Dinge, die passieren?
00:07:58: Was würdest du jungen Menschen empfehlen, die sich für einen Beruf in der Pflege entscheiden?
00:08:08: Ich würde den jungenen Menschen empfählen versuchen in die Zukunft zu sehen.
00:08:16: Zu überlegen wo möchte ich sein wenn ich diesen Beruf ergreife?
00:08:21: Möchtes sehe ich mich auf der praktischen Seite, seh' ich mich auch auf der Seite der Leitungskräfter.
00:08:30: Es muss immer bedacht werden, in einem Pflegeberuf müssen Schichten gearbeitet werden und Feiertage.
00:08:35: Auf der anderen Seite wird es ja auch finanziell anders entlohnt.
00:08:42: Man muss mit Menschen umgehen können oder es lernen.
00:08:47: bereit sein ist zu lernen man muss sich auch unterordnen können und trotzdem seine Meinung sagen wollen.
00:08:54: also es gibt Es gibt sehr viele Möglichkeiten, aber das Wichtigste ist glaube ich für sich selber rauszufinden.
00:09:02: Will ich die Krankenschwester sein oder die Altenpflegerin?
00:09:05: Oder möchte ich dann irgendwann mein Weg weitergehen und dann sollte man das Ganze auch zielstrebig angehen?
00:09:14: also es gibt ja auch als Krankenschwestern viele Möglichkeiten sich zu qualifizieren und dann kann man aber auch in die Richtung Pflegedienstleitung, man kann auch studieren.
00:09:25: Es gibt viele Möglichkeiten.
00:09:26: Man sollte wirklich wissen, wo sieht man sich selber in ein paar Jahren um dann für sich den Weg festzulegen?
00:09:32: Der nicht ganz einfach ist.
00:09:33: die Ausbildung zum Pflegefach-Frau oder Pflegefachmann ist sehr anspruchsvoll.
00:09:42: bei vielen von den jungen Leuten gibt es ja noch gar.
00:09:49: viele von den Jungen Leuten haben noch keine Familie so dass man gar nicht sagen kann Wie wird der Partner dazustehen?
00:09:56: Oder wie wird das, wenn die Kinder ... Wenn dann Kinder da sind.
00:10:00: Wie wird es, wenn Eltern zu pflegen sind?
00:10:03: Das sind, glaub ich, Punkte, die man gar nicht einberechnen kann.
00:10:09: Man muss selber seinen eigenen Weg erst mal finden.
00:10:14: Und das haben Sie ja auch eindrucksvoll bewiesen.
00:10:17: Mhm!
00:10:18: Ich danke Ihnen sehr für das Gespräch und hoffe, dass Sie ... Die Arbeitsjahre, die noch bleiben hier in der Klinik verbunden bleiben.
00:10:30: Vielen Dank auch, dass ich meine Gedanken äußern konnte!
00:10:33: Tschüss!
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